Die UWG wird jetzt zur UWG/FW
(aus Kreiszeitung-Wochenblatt, 15.1.2020)
Noch ist sie mit ihren vier Sitzen die drittstärkste Kraft im Neu Wulmstorfer Gemeinderat und konnte der CDU bei der Kommunalwahl 2016 sogar deren einstige Hochburgen, Elstorf und Schwiederstorf, abjagen. Nicht zuletzt der Seitenwechsel des populären Elstorfer Gastwirts und Ratsherrn Jan Lüdemann, der seinerzeit nach heftigen internen Querelen von der CDU zur UWG gegangen war, hatte das Erstarken der UWG in der Gunst der Wähler im Süden der Gemeinde möglich gemacht.
Doch das könnte sich bei der nächsten Kommunalwahl im Herbst 2021 ändern, denn die kleine, seit ihrer Gründung im Jahr 1999 als Verein organisierte Truppe kämpft mit dem Mitgliederschwund und wird personell und finanziell dadurch immer schwächer.
„Unabhängig von Ideen, Esprit und Engagement mangelt es uns schlicht an Mitgliedern und in der Folge davon eben auch an finanzieller Beweglichkeit“, stellt UWG-Fraktionschef Jan Lüdemann fest. Neue Mitglieder in der Gemeinde zu gewinnen, sei in Konkurrenz mit den zwei großen Parteien SPD und CDU fast unmöglich, weiß Lüdemann. „Gleichwohl halten wir es für unabdingbar wichtig, dass den Bürgern zum Beispiel auch durch die UWG eine Wahlalternative geboten wird“, sagt Lüdemann.
Bereits seit geraumer Zeit überlegt die UWG-Spitze deshalb, wie sie dieses Dilemma lösen kann, ohne die eigene Vereinsidentität aufzugeben. Im Sommer vergangenen Jahres hatte sie dafür erste Weichen gestellt und bereits eine lockere Kooperation mit den Freien Wählern vereinbart (das TAGEBLATT berichtete). Nun gießt sie diese Kooperation in eine feste Form und ändert dafür auch ihren Namen: Ab sofort wird aus der UWG die UWG/FW, teilt Lüdemann mit.
Die Freien Wähler sind eine Partei, die bundesweit agiert und auch im Harburger Kreistag vertreten ist. Der Zusammenschluss mit den Freien Wählern sei sowohl für die FW als auch für die UWG eine Win-Win-Situation, glaubt Lüdemann: Die Freien Wähler, die in der Gemeinde Seevetal in vielen Räten seit langem erfolgreich unterwegs sind und im Kreistag derzeit vier Sitze haben, sind durch den Kooperationspartner UWG dann namentlich auch bei den Neu Wulmstorfer Gemeindewahlen vertreten, würden dort aber nicht mit eigenen Kandidaten antreten. Das Feld Neu Wulmstorf beackert nach wie vor allein die UWG. Die UWG könnte im Gegenzug dann auch Anträge für die Kreispolitik stellen
.Auch finanziell würde die Zusammenarbeit den Neu Wulmstorfern nutzen: Als relativ kleiner Verein könne die UWG keine großen finanziellen Sprünge machen, weiß Lüdemann. Als UWG/FW bekommt sie nun auch finanzielle Unterstützung bei den Wahlkampfkosten.
Die Mitgliederversammlung der UWG hat die Kooperation bereits mit deutlicher Mehrheit bestätigt.