Neu Wulmstorf Beitragsfreie Kindergärten – nur eine Mogelpackung?


25.08.18

Axel Tiedemann

Neu Wulmstorf beschließt Gebühren für die „9. Stunde“ und bleibt doch auf einem Defizit sitzen. Politik deutet schon Steuererhöhung an.

Die Kinder der Kita „Fuchsbau“ in Neu Wulmstorf, Foto HA

Susanne Peller ist eine junge Mutter, wie es sie in den Gemeinden rund um die Metropole Hamburg wohl vielfach gibt: Zwei kleine Kinder, ihr Mann arbeitet Vollzeit, sie als Teamleiterin Teilzeit mit 32 Stunden in Hamburg. Vor fünf Jahren baute die Familie in Neu Wulmstorf, ein familienfreundlicher Ort mit guter Anbindung, wie es hieß. Doch weil sich die gute Anbindung mittlerweile als „zuverlässig unzuverlässige S-Bahn“ herausstellte, kam sie in den vergangenen Monaten oft zu spät, um die Kinder aus dem Kindergarten zu holen. Susanne Peller buchte also statt der üblichen acht Stunden Betreuung neun Stunden. „Einfach als Puffer“, wie sie sagt. Ein typisches Pendler-Schicksal eben.

Doch damit ist die Familie Peller nun eine der 43 Familien, um die es bei der jüngsten Sitzung des Neu Wulmstorfer Gemeinderates ging: So feiert sich die rotschwarze Landesregierung in Hannover derzeit dafür, dass in Niedersachsen nun acht Stunden Kindergarten-Betreuung pro Tag für Kinder ab drei Jahren beitragsfrei sind. In Hamburg sind es nur fünf Stunden. Doch was ist mit Familien wie den Pellers, die mehr Stunden brauchen? Wie teuer soll diese 9. Stunde werden? Zwei Vorschläge lagen dazu den Ratsvertretern vor, am Ende stimmte eine knappe Mehrheit von SPD und Grünen für einen SPD-Antrag. „Eine soziale Lösung“, wie SPD-Fraktionschef Tobias Handtke sagte. Einigkeit bestand im Rat indes darüber, dass die Kindergartengebühren bis zum nächsten Jahr neu geregelt werden müssten, weil keiner wisse, wie sich die neue Regelung genau auswirke.

— zum kompletten Bericht des Hamburger Abendblattes —

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